Brauchtum
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Deutsches Brauchtum
Frühlingszeit
Groß und Klein erwarten nun langsam den Frühling. Gerade nach einem langen, harten Winter wie in diesem Jahr, ist die Sehnsucht nach Sonne und der Farbe Grün besonderst groß. Im Gegensatz zu heute war der Winter früher gefürchtet wegen der Kälte, den Krankheiten und knapper vitaminreicher Nahrungsmittel. Eine Jahreszeit voller Entbehrungen. So ist es kein Wunder, dass unsere germanischen Vorfahren gerade die Winteraustreibung und die Frühlingsfeste emsig und ausgelassen gefeiert haben in vielen Liedern, Tänzen und Spielen. Auch heute noch empfinden wir das Frühlingserwachen tief in unserer Seele und erwarten mit Freude das Erwachen der Natur.
Das Austreiben des Winters beginnt mit lärmenden Umzügen mit erschreckenden Masken, Anbrennen von Feuern, Singen, Spruchsprechen, Umtragen von Lichtern, also unserem heutigen Fasching, Fasnacht und das romanische Wort Karneval. Gleichzeitig war das Winteraustreiben mit dem Wunsch verbunden, dass ein gutes Jahr für die Bauern kommen soll, damit eine reiche Ernte eingefahren werden konnte. An Lichtmess, dem 2. Februar, begann die Arbeit auf den Feldern wieder und in vielen Orten Deutschlands wurden Feuerräder den Hang hinuntergerollt oder Fackelumzüge abgehalten. Weit verbreitet ist das Werfen brennender Scheiben welche in der Mitte ein Loch haben. Die Räder und Scheiben wurden schon in alter Zeit als Abbild der Sonne angesehen. Wie vom rollenden Rad und der geworfenen Scheibe aus die Gegend erleuchtet wird, so soll auch im kommenden Jahresabschnitt die Sonne wieder leuchten und Segen über die Felder bringen. Solche
Vorstellungen sind bei den germanischen Völkern seit der Bronzezeit nachweisbar. Die Jahresfeuer im Frühling sind ein Sinnbild des Segens für das bäuerliche Jahr und aus bäuerlicher Vorstellungen entstanden. Diesen Segen überträgt man auf einzelne Menschen und auf eine Volksgemeinschaft. Am 21. März, der Tag der Frühlingstagundnachtgleiche, beginnt astronomisch der Frühling. An diesem Tag dauern Tag und Nacht jeweils 12 Stunden. Bei unseren germanischen Vorfahren wurde dieser Tag als Sonnenfest gefeiert. In diese Zeit fällt Ostern, das Fest der Auferstehung der Natur. Später, nach Einführung des Christentums wurde daraus die Auferstehung Christi, wobei der Termin für Ostern unterschiedlich fällt, da er auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond fällt. Der Name Ostern soll von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara stammen. Mit beginn der Osterzeit steht der Sieg der Frühlingszeit fest, mag der Winter auch ab und zu noch drohen. Die Menschen gehen wieder hinaus ins Grüne, die Pflanzenwelt sprießt, treibt neues Leben. Ostern ist für uns ohne Osterei undenkbar. Osterei und Osterhase sind schon seit der Vorzeit Auferstehungssymbole. Ebenso eindeutig ist das dritte Ostersinnbild, die grüne Rute, welche mit Eiern geschmückt wird. Die „Palme“ ist hier die christliche Deutung der Rute.
Viele Segensriten zu Ostern und den letzten Tagen der Karwoche entspringen den Vorstellung eines neuen, aufblühenden Abschnittes. Zum gedeihen der Saaten werden auch noch heute vereinzelt Umgänge oder Umritte um die Felder gemacht. So zum Beispiel in der Lausitz wo der „Saatreiter“ kommt. Am Ostersonntag in der Früh geht es hinaus ins Feld und singt Osterlieder, Dies nennt man „ums Korn singen“. Hierher rührt wohl die Sitte des heutigen Osterspaziergangs. Hier suchen die Kinder nach Eiern, machen Rast an einer Quelle und singen, tanzen und spielen. Die Sitte an Ostern oder am Palmsonntag neue Kleider anzuziehen, ist ebenfalls mit dem alten Volksglauben verbunden. Wenn die ganze Natur sich erneuert, dar der Mensch nicht in alter Kleidung daherkommen. Das Osterwasser steht symbolisch für das Leben und wurde schon in vorchristlicher Zeit als heil- und segensbringend angesehen. Es soll die Mädchen die es trinken schön und jung halten. Heilende Wirkung hat das Osterwasser aber nur, wenn es schweigend geholt wurde. In vielen Gemeinden ist es sogar heute noch Brauch die Brunnen zu Ostern zu reinigen und zu schmücken. Hierzu dienen Girlanden aus Moos, Buchs und ausgeblasenen Eiern. Dieses Brauchtum reicht bis zu unseren Vorfahren zurück.
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Nachdem die Feuer der Sommersonnenwende erloschen sind und nun die Tage langsam wieder kürzer werden , kommen wir nun im Jahreskreis an die Zeit der Fülle und Reifung.
Zwischen den 4 Sonnenfesten ( Sommersonnenwende, Wintersonnenwende, Herbst Tagundnachtgleiche und Frühlings Tagundnachtgleiche) gibt es 4 Mondfeste.
( Lichtmeß, Maifest, Kräuterweihe / Schnitterinnenfest und Winterfest / Totenfeiern)
Anfang August wird das Schnitterinnenfest, die Leinernte oder auch der Kornmuttertag gefeiert.
Dieses Fest ist eigentlich ein beweglicher Feiertag am 8. Vollmond des Jahres, der jedoch zumeist am 1. August begangen wird. Er markiert den Beginn der Ernte und ist das erste von drei Erntefesten. Zu diesem Zeitpunkt sind die Getreidevorräte des Vorjahres aufgebraucht, die neue Ernte wird sehnlich erwartet. Am Schnitterfest wurde rituell Brot aus den ersten Getreidekörnern gebacken, es wurden auch Opfer dargebracht, um die Götter um eine günstige Ernte zu bitten. Menschen- oder Tieropfer wurden in späterer Zeit durch Puppen aus Getreidestroh und Brote in Tierform ersetzt.
Es ist das Fest des Getreides, das nun schwer auf den Feldern steht. Heilkräuter werden nun für den Winter eingelagert.Die ersten geenteten Kornähren werden an einem besonderen Platz aufbewahrt, um sie im nächsten Frühjahr wieder zur Aussaat der Erde zu übergeben.Ebenso werden die ersten Wagen der Ente feierlich, auf geschmückten Wagen durchs Dorf gezogen.
Anders als bei den meisten heidnischen Feiertagen wurde das Schnitterfest nicht mit dem Fest eines Gottes belegt. Die Kirche interpretierte es als den Tag von Luzifers Sturz in die Hölle, und so galt der Tag als Unglückstag, mit dem zahlreicher Aberglaube verbunden wurde.
Die Überlieferung der Edda erzählt, daß Loki Thor's Frau Sif, der Wachstumsgöttin, die langen goldenen Haare abschneidet, die die reifen Getreidehalme symbolisieren. Jetzt in der Sommerglut wird also das Korn geerntet und nun ist es auch am meisten durch Hagel und Unwetter gefährdet.
Es wird Thor um gutes Wetter bei der Ernte angerufen. Auch hier werden Kräuterbüschel geweiht und hierfür die Heilgöttin Eir angerufen.
Eismahd Gold in Mittags Licht Glüht das Ährenfeld und schwingt Erntereif und kornbesetzt im Sommerwind Stolzer Ähren Pracht Sich zu Boden neigt und harrt Von der Hitze Staub bedeckt, der kommend Mahd. Doch von ferne droht Hagals Allmacht wolkenschwer, Zu zerschmettern Jeras Pracht mit Eises Heer. Erntings bittrer Gast Niederfährt ins Ährendicht, Hagelkorn mit Urgewalt die Halme bricht. Hagals Lied verklingt. Urteil sprach er kalt und weiß. Zu Boden sinkt der einzeln Halm auf sein Geheiß. Doch im reifen Feld Dichtgedrängt die Ähren steh'n Unbeugsam im festen Bund dem Hagel widerstehn |
Die alten Germanen dankten in erster Linie dem Donnergott Thor für die glückliche Einbringung der Ernte. Ihm zu Ehren klopfen wir heute noch dreimal auf Holz, wenn wir Glück wünschen. Holz und die Zahl drei entsprechen dem Donnergott, der uns auch am Donnerstag jede Woche an sich erinnern läßt.
Danach folgt schon bald das nächste Sonnenfest.
Zur Herbst Tagundnachtgleiche um den 21.September sind die Tage wieder genauso lang wie die Nächte.Es herbstelt überall. In der Früh der Nebel, später dann der wunderschöne blaue Himmel und die Sonne, die nur noch warm und nicht mehr heiß wird.
Die bunten Bäume mit ihren sich verfärbenden Blättern.
Und an manchen Orten sieht man noch Menschen, die ernten. Ist ja für viele heute ein eher seltenerer Anblick - gerade in der Großstadt.
Und somit haben viele von uns auch den Bezug zu diesem großen Ernte-Dank-Fest verloren. Da man ja zu jeder Jahreszeit alles kriegt an Obst und Gemüse und auch nicht mehr Hunger leiden muß, fällt es vielen schwer sich noch in eine Zeit reinzuversetzen, wo der Herbst darüber bestimmte, ob man im Winter verhungern mußte oder nicht. Ob die Ernte gut oder schlecht ausfiel war ganz entscheidend wichtig.
Es ist ein großes Erntedankfest. Der Beginn der Jahreshälfte, wo die Nächte wieder länger werden und die Tage kürzer. Die Sonne "versteckt" sich sozusagen bis zum 21. Dezember zur Wintersonnwende, wo sie wieder zurückkommt.
Gefeiert wird nun auch die Ernte von Früchten und Trauben. Der Dank für die Gaben der Natur steht im Mittelpunkt dieses Festes.
Alter germanischer Brauch ist es, die letzte Korngarbe stehen zu lassen, als ein Opfer für das Pferd Wodans oder des Wilden Jägers. Dahinter steht die Vorstellung, die Natur nicht restlos ihrer Gaben berauben zu dürfen, um ihre Wachstumskraft im nächsten Frühjahr wiedererwecken zu können.
Unsere Vorfahren hatten aber auch noch einen weiteren Grund,dieses Fest ausgelassen zu feiern: Die Zeit der Dunkelheit und des Ausruhens begann.Das Bauernjahr war ein schweres Jahr und die Zeit der Ernte brachte viele zusätzliche Arbeitsstunden mit sich.
Zum Erntedank werden alle Erträge ausgestellt und zeigen so den Erfolg oder auch Misserfolg der Arbeit des vergangenen Jahres an.
Die besten Früchte der Ernte wurden den Göttern geopfert.
Dabei galt eine besondere Achtung den ersten drei Pflanzen, Ähren und Früchten und den letzten drei. Diese Opfer wurden auf den Feldern gelassen. Dieses Fest leitet die Zeit ein, wo die Natur und das Leben sich der Unterwelt zuwenden.
Vom Jahrekreis her ist es so ähnlich zu sehen wie beim Tag das Abendrot oder der Sonnenuntergang.
Und jeder weiß, wie schön das sein kann, wie intensiv die Farben eine Sonnenuntergangs sind, das Spannungsfeld zwischen untergehendem Licht und schon heraufkommender Nacht. Und so ist es auch im Herbst, dem großen "Sonnenuntergang des Jahres".
Tanja/Nord
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Das Erntedankfest ist wohl das Fest, welches von der christlichen Kirche am
wenigsten entfremdet wurde. Hier wurde die Sinngebung beibehalten, auch, wenn
unsere Ahnen natürlich nicht dem Wüstengott des angeblich „auserwählten
Volkes“ sondern unseren Göttern (insbesondere den Fruchtbarkeitsgöttern)
und der Natur für die Gaben der Felder dankten.
Ebenso wie das Oster(Ostara)fest auf die Tag- und Nachtgleiche im Frühling
fällt, entspricht das Erntedankfest der Herbst – Tag- und Nachtgleiche
und wird somit also am 21. September begangen.
Jetzt erreicht die Tätigkeit des Landmanns seinen Höhepunkt. Nun erntet
er, wofür er sich das ganze Jahr geplagt hat und dies in größter
Anstrengung und Eile, damit die Ernte nicht auf den Feldern verkommt. Nach dieser
schweren Zeit, nachdem der Geist durch die körperliche Anstrengung geläutert
ist, nachdem die Sorge um die Ernte endlich nicht mehr das Denken des Bauern
bedrückt, nachdem die Familien als starke Gemeinschaft mit vereinten Kräften
das Korn eingebracht haben, erfüllt sich das Gemüt mit Dankbarkeit
gegenüber der Natur. Denn sie hat die Sippe beschenkt mit ihren Gaben,
sie hat die Sippe gesegnet.
Nun werden den Göttern (insbesondere Wodan und seiner Gemahlin Freya /
Frigga – oder Frau Gode / Frau Holle, wie sie später genannt wurde.
Im deutschen Volksglauben lebt sie in dieser Form weiter, denn als Fürstin
Holda steht sie dem Spinnen und dem Ackerbau vor.) Dankopfer gebracht und wie
alle religiösen Feste ist dies mit einem Festschmaus verbunden.
In Mecklenburg und auch in anderen Gegenden Norddeutschlands kennen die Alten
noch die Bezeichnungen „Waul (=Wodan) Roggen“ (als Futter für
Wodans Ross) oder auch „Vergodendeel“ (= Frau Gode ihr Anteil) für
das letzte Halmbündel, das auf dem Felde stehen gelassen wird.
Im ausgelassenen Tanz der Bauern spiegelt sich die Erleichterung, denn nun ist das Geschenk der Götter, das Getreide unter Dach und Fach. Es wird ausgelassen gefeiert und auch in den Liedern wird die Erntezeit besungen und auch das alte Symbol des Jahresrades, das Zeichen des ewigen „stirb und werde“ fehlt nicht, denn es ist Bestandteil der Zeremonie und wird als Erntekranz über das Scheunentor genagelt oder auf einer Stange auf das Feld gestellt.
Warum aber behielt gerade das Erntedankfest seine Sinngebung bei? Warum versuchten
die Missionare des Sklavenglaubens nicht auch hier, die Germanen aus ihren naturverbundenen
Anschauungen zu entwurzeln? Warum blieb das (Opfer)erntedankfest das Erntedankfest?
Während andere rituelle Feiertage unserer Vorfahren mit christlichen Feiertagen
überdeckt wurden – so wurde zum Beispiel aus dem Julfest „Christigeburt“,
aus der Sommersonnwende das „Johannisfeuer“ und aus dem Ostarafest
die Auferstehung des Kreuzakrobaten –, behielt das Erntedankfest seine
ursprüngliche Bedeutung. Vermutlich lag es daran, dass die Missionare aus
ihrer naturfeindlichen Religion heraus diesem Dankfest an die Natur nichts entgegen
zu setzen hatten. Auch mag es eine Rolle gespielt haben, dass es sich vornehmlich
um ein Fest der Landbevölkerung, der Bauernsippen handelt. Denn gerade
diese hielten eisern an den althergebrachten Handlungen und Bräuchen fest
und erhielten viele Bestandteile des alte germanische Brauchtum über die
Jahrhunderte hinweg.
Wenn wir also das Erntedankfest begehen, sollten wir es im Bewusstsein über
seine Eigentümlichkeit und als reines Fest unseres Artglaubens erleben.
Denn christliche Elemente sind hier nicht vorhanden. Unser Sinn und Empfinden
für das Erntedankfest kann nur dann rein sein, wenn wir es nach der althergebrachten
Art unseres Volkes feiern, wenn wir die Mutter Erde für ihre Gaben preisen
und der Ganzheit der Natur für unser Leben und für die ewige Sorgfalt,
mit der sie unsere Sippe umsorgte, umsorgt und auch in Zukunft umsorgen wird.
So gelten uns insbesondere für dieses Fest die Worte von Felix Dahn: „Ich
hasse das Schlagwort ,christlich – germanisch’, denn was christlich
ist, ist nicht germanisch, und was germanisch ist, ist nicht christlich.“!
Gastbeitrag
Quellen
1. Wilhelm Scholz: „Die Umwertung des germanischen Brauchtums durch die
Missionierung“, ARMANEN Verlag, Köln, 2004
2. Georg Buschan „Kirchliche und bürgerliche Feste“ in „Die
Sitten der Völker – Vierter Band: Das deutsche Volk“ von Georg
Buschan (Hrsg.), Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 1922
3. Arbeitskreis Deutsche Mythologie: „Das Erbe der Ahnen“, K.W.
Schütz-Verlag, Coburg, überarbeiteter Reprint der Originalausgabe
von 1941
4. Jacob Grimm: „Deutsche Mythologie“, Fourier Verlag GmbH, Wiesbaden,
2002; unveränderter Nachdruck der 4. Auflage mit Bearbeitung von E.H. Meyer
1875-78
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Ostern ein germanisches
Fest
Das Osterfest ist wie auch das Maifest , Bestandteil des germanischen Frühlingsfestes
und keines der germanischen Kultfeste hat die Christianisierung so sehr standgehalten
wie dieses. Da unsere Vorfahren ein sehr naturverbundenes Volk waren, hatte
es mit vielen Naturereignissen zu tun. So findet das Osterfest immer am ersten
Wochenende nach dem ersten Vollmond statt. Die Natur erwacht ,der Schein der
Sonne steigt wieder , das Leben entfaltet sich von Neuem. Das Osterfest findet
nach einer längeren Fastenzeit , die zur Reinigung des Blutes gedacht ist,
indem man grüne Speisen wie z.B. Kräutersuppen und Salate zu sich
nimmt, statt.
Es beginnt mit dem Grünen Sonntag, der Sonntag vor Ostern, Weitere Festtage
sind der Gründonnerstag , der Ostersonnabend,-sonntag, und -montag. Seinen
Namen hat das Osterfest wahrscheinlich von der altgermanischen Göttin der
Morgenröte, Ostara.Dieser Name bedeutet " die Leuchtende" . Ostara
war nicht nur die Göttin des ersten Sonnenlichtes des beginnenden Tages,
sondern auch die Lichtgöttin des Frühlings als der Zeit des neuen
steigenden Sonnenlichtes im Jahreslauf. Das
Lieblingstier
Ostaras war der Hase, welcher das Symbol großer Fruchtbarkeit galt ,da
sich Hasen und auch Kaninchen,die nahen Verwanden des Hasen, sehr schnell vermehren
und vor allem viele Nachkommen zeugen. Aus diesem Glauben entstand der Brauch
des Osterhasen .Zu Ehren der Göttin Ostara wurden in dieser Zeit viele
Hasen geopfert oder sogar verspeist. Zu einem Wiederauferleben des Brauches,einen
Hasen zu verzehren, kam es im 19. Jahrhundert, als den Kindern zu Ostern aus
süßem Teig Osterhasen geschenkt wurden. Aus diesem Brauch entwickelte
sich später das Verschenken von Schokoladenosterhasen, was zumindest nördlich
der Alpen Tradition ist . Ein weiteres Fruchtbarkeitssymbol ist das Ei, daes
den Ursprung werdenden Lebens darstellt. Es heißt auch , daß das
Bemalen von Eiern zu Ostaras Festtagen der Frau,die sie bemalte, reichen Kindersegen
brachte. Auch das Vergraben und Verstecken der Eier ist beim Ostarakult nachge¬wiesen.
Die Suche und das Auffinden der Eier brachte den Kindern oder einer " nahestehenden"
Person Glück und Fruchtbarkeit für das nächste Jahr. Ein weiterer
Brauch ist z.B. das Osterfeuer.Am Abend des Ostertages leuchten von den Anhöhen
die Osterfeuer, brennende Räder rollen zu Tal und leuchtende Scheiben werden
in hohen Bögen über die Felder getrieben. Soweit der Lichtschein dieser
Feuer reicht, bringt er dem Lande Glück und Gedeihen. Früher wurden
oft auch diese Osterfeuer Auf besondere Weise entzündet. Wenn man zum
Osterberge
ging, löschte man zuvor im Hause das Herdfeuer. Auf dem Berge wurde dann
das neue Feuer entzündet mit Stei und Stahl - dem altertümlichen Feuer¬zeug.
Nur das auf diese Weise entzündete Feuer galt als heilig, es galt als Feuer
der verjüngten Jahressonne, das auf die Erde kam. Wenn die Feuer auf den
Bergen erloschen waren, nahm man brennende Fackeln mit , um zu Hause das Herdfeuer
Wieder in Brand zu stecken. Zum Scheiterhaufen des Osterfeuers muß jeder
Holz oder anderen Brennstoff Beisteuern, den die Jugend des Dorfes ,Lieder singend,
eisammelt . Im Feuer wird häufig eine Strohpuppe verbrant,- Sinnbild des
sterbenden Winters. Wie das Feuer, so hat auch das Wasser Ostern heilende Kraft.
In der Nacht zum Ostertag muß aus der heiligen Quelle schweigend das Wasser
geschöpft werden, dann hat es nach altem Glauben die Kraft, Gesundheit
und Schönheit zu verleihen. Wer beim Holen des Osterwassers spricht und
damit beweist, daß er nicht mit ganzer Andacht am Werk ist der verdirbt
das Wasser : er holt nur Plapperwasser, das zu nichts nütze ist. In manchen
Gegenden verwahrt man das Osterwasser ein ganzes Jahr lang, so lange behält
es seine heilende Kraft. Alles in
Haus
und Hof muß mit Osterwasser bespritzt werden, damit es dasJahr über
gesund und frisch bleibt.Die Burschen bespritzen die Mädchen und die Mädchen
die Burschen, selbst die Tiere werden mit Osterwasser gewaschen oder müssen
Osterwasser trinken, die Bienenkörbe danit besprengt, damit es eine gute
Honigernte gibt. Wie an allen volkstümlichen Festtagen treffen wir auch
neben dem heiligen Feuer und Wasser den heiligen Baum. Wochenlang vorher schon
werden in manchen Gegenden Reiser ins Wasser gestellt, damit sie am Ostertag
grün sind. Mit diesen Osterruten Werden die Langschläfer aus den Betten
Gepeitscht oder der Hausherr berührt alle mit dem grünen Reis. Es
ist eine Form des in volkstümlichen Brauchtum immer wieder zu Beobachtenden
Schlag mit der Lebensrute. Dabei kommt es nicht auf die Heftigkeit des Schlagens
an, sondern auf die Berührung mit dem frischen grünen Reis. Die Wachstumskräfte
des Baumes, den der Zweig vertritt, gehen durch die Berührung im Volksglauben
auf den Menschen über. Im Algemeinen sind das alles Bräuche, die jeder
kennt, über dessen Bedeutung sich aber nur wenige Bewusst sind. Unsere
Aufgabe sollte es sein, diese Bräuche und ihre Bedeutung weiter zu vermitteln
und so die Tradition am Leben zu erhalten.
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Osterwasser
Wie viele andere Bräuche geht auch das Osterwasser auf eine
vorchristliche uralte heidnische Entstehung zurück.
Das Osterwasser sollte Augenleiden, Ausschlag und andere Krankeiten heilen,
wenn man es aus der Quelle schöpfte.
Man glaubte damals, daß man, wenn man sich am Ostermorgen im fließenden
Bach wäscht, immer jung und schön bleibe.
Um das Vieh vor Krankheiten zu schützen wurde es am Ostermorgen in die
Bäche getrieben. Das Wasser stand als Zeichen des Lebens und der Fruchtbarkeit
und wurde zum Gedenken an die germanische Frühlings- und Fruchtbarkeitsgöttin
Ostera verehrt.
Die christliche Sinngebung kam erst im Laufe der Jahrhunderte nach Christus
dazu. Zum Osterfest wird in der Nacht von Ostersamstag auf Ostersonntag nur
von Mitternacht bis zum Sonnenaufgang Wasser aus einem Bach oder Brunnen geschöpft.
Da es ein Symbol der Fruchtbarkeit ist, schöpfen die jungen Mädchen
schweigend Wasser gegen den fließenden Strom. Das Schweigen darf nicht
gebrochen werden, damit das Wasser seine Segens- und Heilskraft behält.
Es darf auch kein Wassertropfen verloren gehen oder im Heim des Mädchen
auslaufen. Das heilige Wasser soll nun ein ganzes Jahr vor Krankheiten, Unglücken
oder ähnlichen Ereignissen bewahren.
In verschiedenen Regionen Deutschlands wird aus Dankbarkeit zum lebensspendendem
Wasser noch heute der Brunnen im Dorf geschmückt und mit Osterschmuck verziert.
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Mai im Brauchtum
Bäume: Birke oder Linde
Begriffe: Brautmai, Wonnemonat, Richtmai, Erntemai
Bedeutung: Sinnbild und Träger der Fruchtbarkeit und des Glückes
Germanische Frühlingsbräuche waren Ausdruck ungebundener Fröhlichkeit von allerlei Schabernack begleitet. Der Narr, der einem solchen Scherz zum Opfer gefallen war, galt zugleich als Symbol des Winters, mit dem nun der Frühling der mit aller Macht seine Herrschaft antrat, jetzt machen konnte, was er wollte.
Das Maibaum-Aufstellen ist wohl das bekannteste Frühlingsspektakel, welches
wir kennen.
Neben bemalten Maistangen, den Naturbelassenen Wipfeln, den Figurenschmuck und
den Kränzen, findet man im süddeutschen Raum auch Motive seitlich
am Stamm befestigt.
Maibäume sind lediglich ab dem 20Jh. belegt, die Wurzeln des Brauchtums
sind jedoch viel älter. Das Erklettern eines solchen Maibaumes ist bereits
im 16. Jh. bei Wettkämpfen bekannt gewesen.
Und auch die Germanen wussten ihre Feste auf heiligen Hainen zu feiern und mit
Bäumen zu verbinden. Gerade in den 30er Jahren kamen dann die Rituale des
Baumfestes wieder in Mode und es wurden Ehrenbäume für Offiziere aufgestellt.
Heute ist bekannt dass der Brauch in Tirol seit den 60er Jahren durch die Linke
Bewegung völlig ausstarb und erst seit den 70ern wieder regelmäßig
gepflegt wird.
Der Sinn im Feste
Der Baum und sein Leben stehen in enger Beziehung mit dem Leben derer, die ihn
gesetzt haben. Aus dem Rauschen der Linde spricht der Geist der Gemeinschaft
selbst.
In ihre Rinde schnitzt man so manches liebe Wort, in der Hoffnung, dass der
Schutzgeist, dem man sein Leben anvertraut, geheime Wünsche erfüllen
würde.
Ganz besonders gilt dies für das heimliche Wünschen jener, die gemeinsam
ihre Namen der Rinde anvertrauen. Ist doch nach uraltem nordischen Mythos das
erste Menschenpaar aus zwei Bäumen erschaffen, das wo die ewige Woge den
Erdenstrand bespült und Allvaters Atem weht.
Als Wächter über Recht und Gesetz stellt man den Baum an die Gemarkung
der Gemeinde; er soll wie ein Beauftragter des höchsten Richters walten.
In diesem Brauch liegt die Verantwortung über das heilige Leben selbst,
was unter Schutz gestellt wird. Im Leben des Baumes fließt das Leben der
Vielen zusammen, die wie Stamm und Äste und Blätter des Baumes eine
lebendige Gemeinschaft bilden.
Gleichzeitig werden neben Spiel und Tanz die Wehrfähigen zusammengeführt,
zur Ermittlung der Waffentüchtigsten.
Erinnern wir uns der alten heiligen Wurzeln dieses Baumes, der von dorther wächst,
wo aus dem Brunnen der Urd die ewigen Wasser unseres Volkstums sprudeln!
Uns will der Mythos kunden, dass die Mächte des Lichtes und der Finsternis
sich zur Schlacht am Birken- oder Lindenbaume treffen, um die Jahreswende einzuleiten.
Mythologie der Bäume Linde und Birke
Linde
Den Duft
schätzen wir nicht nur im Lindenblütentee. Er enthält ätherische
Öle, Zucker und Schleimstoffe. Gesammelt werden die Blüten samt Flügelblatt
jedes Jahr frisch, da die Wirkstoffe über das Jahr nachlassen. Die schweißtreibende,
schleimlösende, blutreinigende und beruhigende, sowie krampfstillende Wirkung
des Tees ist aus den Mittelalterlichen Kräuterbüchern überliefert.
Sie hilft bei allen Erkältungskrankheiten, wie Schnupfen, Grippe, Husten,
Bronchitis etc. Auch entzündeter Haut verspricht sie Linderung.
Die Linde war weniger als Waldbaum, sondern als Hausbaum, im Dorfe bekannt.
In der Nähe einer Dorflinde wurden schon immer Hochzeiten gefeiert, Jahrmärkte
abgehalten. Unter ihr träumten die Jungen und Liebenden der Zukunft entgegen,
die alten kommunizierten mit ihren Ahnen. Der Baum war stets einer Göttin
geweiht, sei es Frigga, Frija oder Freya, oder sogar in Griechenland der Aphrodite.
Die Linde steht im Gegensatz zur Eiche (Recht und Krieg) für Schutz und
Frieden, da es ihr Gemüt so ausstrahlt. Als Schicksalsbaum einer Familie
bestimmte das Gedeihen des Baumes über Glück oder Unglück. Unter
ihr musste die Wahrheit ans Licht kommen.
Birke
Der süßliche
Saft der Birke wirkt reinigend und ist als erfrischende Frühjahrskur beliebt.
Schon bei den Kelten galt er als Schönheitstrank. Heute wird der Saft vor
allem für Haarwasser produziert.
In steinzeitlichen nordischen Schwitzhütten wurde die heilende Wirkung
des Baumes als medizinisches Mittel gegen Gicht, Rheuma und Arthritis angewendet.
In der Birkenrinde sind Nährstoffe und Öle enthalten, die bei Wärme
freigesetzt werden und wohltuend für Lunge und Haut sind.
In Notzeiten wurde Brot in Europa, aber auch bei den Indianern, mit gemahlenen
Birkenstoffen angereichert.
Der Baum gilt als Symbol des Lichts, wie eine schöne Frau voller Zauber-
und Heilkraft.
Die Kelten verehrten sie als Symbol der „Großen Mutter“. Weibliche
Fruchtbarkeit und der Frühling als Beginn eines neuen fruchtbaren Zyklus
in der Natur stehen in engem Zusammenhang. Am ursprünglichen Fruchtbarkeitsfest,
Beltane (Walpurgisnacht) am 30. April, wurde die Vereinigung von Erde Urmutter)
und Himmel (Urvater) gefeiert
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Das Deutsche Jahr
Die Zeit der Besinnung, in der heimlich aus dem Stirb das Werde wird, ist im
Verklingen. Noch liegt Schnee. Aber bald werden die Frühjahrstürme
kommen ....
Frühlingsbrauchtum beginnt in seinen ersten Zügen bereits unmittelbar
nach der Wintersonnwende, tritt uns schon in den Rauhnächten entgegen,
häuft sich besonders in der Fasnachtszeit, zur Frühlingstagundnachtgleiche
und an Ostern und leitet schließlich in die Zeit des hohen Maien über.
Wir wollen hier genauer auf die Fasnacht eingehen.
Die Fasnacht – Vorfrühlingsfest
Fasnacht, oder besser Fasnächte ist ursprünglich die ganze Zeit des
Vorfrühlings, des wiedererwachenden Lebens in aller Natur. Fasnacht hat
an sich auch nichts mit „fasten“ zu tun, sondern stammt von vaselen
= gedeihen, fruchtbar sein, mit leben und schwärmen und wachsen. So steckt
hinter dem Wort der Begriff der Fruchtbarkeit. Noch heute erstreckt sich das
Fasnachtsbrauchtum über mehrere Wochen, findet allerdings seinen Höhepunkt
am Fasnachtsdienstag. Fasnachtshöhenfeuer, sogenannte Funkenfeuer mit verschiedenen
Feuerbräuchen wie Scheibenschlagen, Feuerräderrollen sind teilweise
in Deutschland noch verbreitet. Nach alter Überlieferung werden an Fasnacht
wie an allen großen Festen, die immer Sippenfeste sind, besondere Speisen
und vor allem Gebäck aufgetischt. Krapfen und Brezeln spielen dabei eine
wesentliche Rolle. Das ganze Fest ist eine frohe, farben- und gestaltungsreiche
Antwort auf die lebhafte Entwicklung der Natur, die jetzt die große Abrechnung
mit dem Winter und allem Alten und Morschen beginnt. Und wenn das Tier den Pelz
und die Pflanzen aus dem Boden wachsen, kann auch der Mensch mal „aus
der Haut fahren!. Besonders in Süddeutschland (Schwaben) gibt es noch eine
Fülle altüberlieferter Gestalten des Fasnachtsumzugs, die wertvolle
holzgeschnitzte Masken tragen. Paarweise treten Männer und Frauen auf.
Bärenmasken oder Strohbären (Norddeutschland) künden vom vergehenden
Winter. Hähne und Pferde sind Zeichen der Lebenskraft und Schneckenhäuser
am Kopfschmuck der Narren gelten als Sonnen – und Lebenssinnbilder. Sehr
oft schlagen die Fasnachtsgestalten mit Peitschen, Pritschen oder Zweigen, den
Abwandlungen des Lebenszweiges, dessen Schlag einem Glück bringen soll.
Es gibt noch unzählige regionale Bräuche der Fasnacht auf die hier
leider nicht eingegangen werden kann ohne den Rahmen zu sprengen. Der Kirche
allerdings war das lustige Treiben immer unliebsam gewesen. Schon aus karolingischer
Zeit wird berichtet, daß der Papst sich sehr über das heidnische
Unwesen der Fasnacht bei den Franken und Alemannen entsetzt habe. Sehr streng
ging auch die protestantische Kirche dagegen vor. So wurden 1564 in Stralsund
alle Fasnachter bestraft.
Die Fasnacht war aber nicht auszurotten. Das wird uns vielleicht verständlich,
wenn wir bedenken wie alt diese Bräuche sind und woher sie stammen. Sie
bedeuten Heimat – Seele. Nur dort bedeutet der Kampf zwischen Winter und
Sommer eine so überaus wichtige Zeitwende, weil kaum sonst der Winter so
bitter kalt und lähmend ist, dass alles mittollen muß und sich dem
bunten Wirbel, aus dem heraus das neue Leben geboren wird, nicht entziehen mag.
Wenn draußen die Natur in den Frühlingsstürmen und im letzten
Frost zum Endkampf drängt.
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Einmal im Jahr in der heiligen Nacht ......
Ein
Fest im Julmond, dessen Ursprung ein ganz anderer ist, als der den wir heute
kennen und feiern. Jul kommt aus dem Nordischen und steht eigentlich für
das Fest der Wintersonnenwende. Daraus hat sich also auch der Monatsname Julmond
abgeleitet. Heute ist der Dezember für viele wohl eher ein Begriff, doch
erst seit dem 13. Jahrhundert in Mitteleuropa kalendarisch belegt, bezieht sich
dieser Name auf die 10 und war daher der 10. Monat im altrömischen Kalender.
Er wurde auch nie entsprechend korrigiert und als 12. weitergeführt.
Da unsere Vorfahren, so wie wir, ein sehr naturverbundenes Volk waren, haben
sie um die Kraft der Sonne gewußt. Im ewigem Kreislauf des Stirb und Werde
nahm sie Einfluß auf den Lebensrhythmus unserer Ahnen. Der Kreislauf bestimmte
somit über Leben, Wachstum, Tod und Wiedergeburt. Diese Erkenntnis haben
sie mit Hilfe von Sinnbildern versucht zu überliefern. Ein Zeichen ist
die Midgardschlange die sich in den Schwanz beißt. Deswegen auch der Adventskranz,
denn weil auch in ihm – wie im Kreis – Anfang und Ende zusammenfallen
und durch die vier Kerzen, die die vier Jahreszeiten und damit den immerwehrenden
Jahresrhythmus versinnbildlichen . In der Julzeit stirbt nun die Sonne, aber
nicht um ewig tot zu sein, sondern um sofort wieder neu geboren zu werden. Denn
mit jedem Tag kommt der Frühling etwas näher, um Blumen und Gräser
zu schenken. Und was liegt näher, als das Abbild für die Sonne das
Feuer zu nehmen. So wurde in Sippen- und Dorfgemeinschaften oft ein Sonnwendfeuer
als Teil der Feier abgebrannt . Da es im Norden Europas nun einmal kälter
ist und ein rauheres Klima herrscht, war das Feuer unabkömmlich, denn auch
das Feuer wärmte und brachte Licht ins Dunkel. Und darum war es heilig!
Es war nur dem Ältesten im Hause gestattet das Feuer zu hüten und
dauernd zu unterhalten. Und da es eine göttliche Urkraft ist, ruht am Feuer
auch jede Art von Streit. Nur einmal im Jahr hat man das Feuer erlöschen
lassen. In der heiligen Julnacht, in der das Weltenfeuer starb, mußte
auch das Herdfeuer sterben, um dann mittels eines Brandes vom neu entfachtem
Sonnenwendfeuer wieder entzündet zu werden. Denn die Entfachung des Winter-
Sonnenwendfeuers war nichts anderes als die symbolhafte Neugeburt des vom Himmel
niedergestiegenen Sonnensohnes. Eines der bedeutendsten Gestalten der Julzeit
ist Ruprecht, der Weihnachtsmann. Er ist der Behüter alter Bräuche,
der Heimat, des Volkes, und sieht zur Weihnachtszeit nach dem Rechten. Am Abend
des 6.12. kommt er als erster Bote des Julfestes. Wenn die Kinder ihre Schuhe
geputzt haben, dann kann es sein das er den Kindern zur Belohnung Früchte
aus dem Wald und kleine Geschenke bringt. Auch die Lebensrute ist ein natürlich
wichtiger Bestandteil der nicht fehlen darf, denn ganz anders wie im verfälschtem
Christentum soll sie keine Bestrafung sein, sondern als Fruchtbarkeitssymbol
gelten. Waren die Kinder artig und der Ruprecht da, können nun die eigentlichen
Vorbereitungen für das Julfest beginnen. Wie schon erwähnt ist der
Adventskranz ein wichtiger Bestandteil des Festes, denn als Symbol des ewigen
Lebens und der vier Jahreszeiten, wofür die Kerzen stehen, darf auch er
nicht fehlen. Geschmückt wird er mit dem Grün was uns der Winter gelassen
hat. Weiter sind der Klausenbaum aus dem südlichem Raum Deutschlands, der
Julleuchter sowie der Julbogen verschiedene Varianten an denen man Kerzen anzünden
kann.
Das Sinngebäck wird nach Tieren des Waldes oder heidnischen Symbolen gebacken.
Es kann an allen vorhergegangenen Gegenständen befestigt werden. Eines
der bekanntesten und eigentlich doch schönsten Brauchtumserhaltungen ist
der Julbaum. Der Baumkult unserer Ahnen ist ja weit bekannt. Und so ist es nicht
verwunderlich, daß es zur Julzeit auch einen Julbaum gibt. Erstmals wird
er in der Minnedichtung im 12. und 13. Jahrhundert erwähnt, später
hauptsächlich in Ratsverordnungen, die „das Ausputzen der Stuben
mit Tannengrün und Bäumen“ verbieten. Noch 1935 bezeichnete
der vatikanische „Osservator Romano“, die amtliche Zeitung de Papstes,
die Sitte, zum Julfest einen Lichterbaum aufzustellen, als „ ein Überbleibsel
heidnischer Naturbräuche“. Heute wird er ironischer Weise „Christbaum“
genannt ! Nun aber zurück zum schmücken und gestalten des Baumes.
Es ist eine schöne Sitte, neben 13 weiße Kerzen für Zahl der
Monde in einem Jahr, eine blaue Kerze an den Baum zu stecken, zum Gedenken aller
Deutschen die fern der Heimat leben und eine rote Kerze zum Gedenken an die
Ahnen und die Opfer der Kriege. Um die Ehre und die feierliche Stimmung beizubehalten,
sollte diese nicht durch elektrische Lämpchen zerstört werden. Auch
sollte der Baum mit Äpfeln und Nüssen als Sinnbild der Lebenskraft
behangen werden. Man kann auch mit Sinngebäck schmücken, doch wie
auch schon die Lämpchen würde kapitalistisch erworbener Baumschmuck
nur stören und den tiefen Sinn des Brauchtums ruinieren. Um nicht unerwähnt
zu lassen das selbstgemachter Schmuck immer noch am wirkungsvollsten ist, und
den Wert des Baumes steigert.
Unter dem Baum kann man einen kleinen Julgarten nachbilden, indem man etwas
Moos hinunter legt und Figuren aus dem heimischen Wald dazustellt. Der Julbock
ist ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock.
Um den Kindern in der heutigen Zeit nicht den Faden zu der Verbindung mit Tieren
und Wald verlieren zu lassen, ist es noch ein schöner Brauch am Abend mit
ihnen in den Wald zu gehen und für die Tiere dort einen Baum mit Futter
zu schmücken. Die Julfeier am Abend selbst sollte mit Gedichten, Liedern,
Geschichten und musikalischen Stücken ausgeschmückt werden, um nicht
das „Geschenke auspacken“ in den Mittelpunkt zu stellen.
Wir sollten von dem Weg abkommen, das Julfest nur zu feiern, um die größten,
tollsten und vor allen Dingen teuersten Geschenke zu bekommen. Am Ende muß
aber jeder für sich selber entscheiden, wonach sein Herz strebt.
In diesem Sinne ein gutes Gelingen bei der Feiergestaltung.
Rezept für Gebildebrote und Sinngebäck
Das angefügte Rezept ist das Ergebnis unzähliger gelungener und fehlgeschlagener
Versuche und Experimente. Es enthält keine Mengenangaben, da sich herausgestellt
hat, dass bei nicht genau den gleichen Zutaten, auch Backversuche fehlschlagen.
Es hängt von der Getreideart, den Eiern, dem Quark und der Butter ab, ob
ein Teig gelingt oder nicht. Lassen wir unser Feingefühl walten.
Wichtig ist letztendlich nur, dass ein gut formbarer Teig (nicht zu fest oder
zu flüssig) entsteht, der gut in den Händen liegt und herrlich duftet.
Wir benötigen: -einen Mürbeteig: Vollkornschrot, etwas Weizenmehl
dazu, Zucker oder Honig, und etwas Treibmittel (weniger als bei Mürbeteig
üblich, sonst verlaufen beim Backen die Symbole)
-eine Mischung aus Quark, Butter und Eiern dazurühren
-zum Schluss die Gewürze: Zimt, Anis und Nelke, Kardamon (wer will kann
auch fertiges Lebkuchengewürz anstatt der einzelnen Gewürze verwenden)
Aus diesen Zutaten muß nun ein gut formbarer Teig geformt werden, der
nicht an den Händen klebt. Nun sei eurer Phantasie keine Grenze gesetzt.
Herz, Spirale, Hahn und Eber kann nun Form annehmen.
Anschließend ab in den Ofen, bei nicht zu starker Hitze. Wenn das Gebäck
schön braun und glänzend ist, ist es fertig und kann erkalten. Guten
Hunger!
Aus der Weihnachtswerkstatt:
Der Klausenbaum
Der Klausenbaum, oder auch Julapfelleuchter genannt, ist ein Weihnachtsleuchter
in Form einer Pyramide. Sein Name ist
abgeleitet
vom Nikolaus, welcher durch christliche Einflüsse den Knecht Ruprecht,
oder Odin ablöste. Der Ursprung des Klausenbaumes wird in Süddeutschland
vermutet, ähnliche Weihnachtspyramiden sind aber auch in Friesland, den
Nord- und Ostseeinseln und Schweden überliefert.
Die Herstellung eines Klausenbaumes ist sehr einfach:
Materialien:-4 schöne Äpfel, 4 Baumkerzen, 6 angespitzte, gleich lange
Holzstäbe
3 Äpfel werden mit den Holzpflöcken zu einem Dreieck verbunden. Die
anderen Pflöcke werden zum 4. Apfel aufgerichtet und festgesteckt, so dass
eine Pyramidenform entsteht.
Nun werden die Kerzen auf die Äpfel gesetzt, in der Regel genügen
einige Tropfen Wachs zum befestigen. Mit etwas Tannengrün und/oder Nüssen
geschmückt ist unser Klausenbaum fertig und kann unser Fest zieren.
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Totengedenken am Jahresende
Eine Sitte unserer Vorfahren ist der Gegenwart wieder
sinnvoll und wert geworden. Nicht nur im November, auch zu anderen
großen
Feiern gedenken wir der Toten, deren Leistungen wir unser Dasein verdanken.
Auch hier berührt sich die Gegenwart wieder einmal mit ältester Vergangenheit
aus einer weltanschaulichen Gemeinsamkeit her. Noch jetzt finden wir zu Ostern
und im Mai, aber auch in dem Brauche, am Hochzeitstage an das Grab der Ahnen
zu treten, Nachklänge jener Ahnenverehrung, die einst alle Feiern auszeichnete.
Heute ist es indes das Totengedenken im wesentlichen auf die Tage des Novembers
und der Weihnachtszeit bezogen. Die bayrisch-österreichische Allerseelenwoche,
welche vom 30. Oktober bis 3.November geht, erinnert noch heute an das germanische
Herbstthing, womit auch das Totengedenken verbunden war. St. Michael übernahm
die Stelle Wodans, des Seelenführers, der die Toten ins Jenseits geleitet,
und es spricht für die außerordentliche Kenntnis, die die Kirche
von der germanischen Volksüberlieferung besaß, dass Michal auch in
den Erntebräuchen geradezu gesetzmäßig an die Stelle Wodans
trat. Weihnachten, das Fest der zwölf Nächte, ist in der Volksanschauung
neben den Tagen des Novembers noch immer ein Totenfest geblieben. Wie zu Allerseelen
der Bauer den Tisch deckt für die einkehrenden Toten und wie in diesen
Nächten Frau Holle umherzieht, so ist es auch in den Zwölften. Beim
festlichen Weihnachtsmahle gedenkt man der verstorbenen Angehörigen und
in manchen Landschaften wird ihnen zu Weihnachten auch ein Tannenbäumchen
aufs Grab gestellt. Auch die brennenden Kerzen verbinden Weihnachten und die
Novemberfest. Das Licht, das zum Gedenken an die Toten entzündet wird,
ist von der Kirche übernommen worden. Es ist älter als die Kirche.
Seinen Sinn sprechen Märchen und Sage klar aus. Die Vorstellung vom Jenseits
hat zudem unter diesem Einfluß gelitten. Teilweise schon vor der Einführung
des Christentums durch andere Einwirkungen Vorderasiens. Nach ursprünglicher
germanischer Anschauung wohnen die Toten in einem freundlichen Jenseits. Der
Vorstellung der Schiffsfahrt in diese andere Welt entsprechen die Schiffsbestattungen
der Wikinger oder die Steinsetzung der Gräber in Schiffsform. Die Balken,
die zum Gedächtnis an den Toten am Grabe aufgestellt und reich verziert
wurden, erhalten zuweilen Schiffsform. Auch Odin holt zu Schiffe die Toten in
sein Riech und an ihn erinnert auch das deutsche Volkslied vom Schiffsmann.
Wir
versuchen heute wieder frei, von Fremdeinflüssen unsere kulturellen Wurzeln
zu finden. Aus dem Urgefühl unseres Wesens sollen wir wieder zur gleichen
Ausdrucksform der Feier, wie sie unsere Frühezeit immer eigen waren zurück
gelangen. Unsere Zeit vermag diesem sinnbildhaften Denken wieder das richtige
Verstehen entgegenzubringen. Wir müssen erst wieder richtig verstehen können,
was in den vergangenen Jahrhunderten weltanschaulicher Bedrückung bekämpft
und verächtlich gemacht wurde.
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Sonnenwende
Sonnenwende ! Höhepunkt des Jahres ! Das ewige Licht der Sonne
scheint in diesen Tagen am längsten über unsere Erde. Das Dunkel der
Nacht hat die geringste Gewalt. Höhepunkt ! Aber doch auch Wende zugleich
! Von nun an wird die Kraft von Licht und Wärme immer kleiner werden. Das
Jahr neigt sich nach unten. Aber wo in unserer Festesfeier ist auch nur eine
Spur von Trauer, trotz allem klaren Wissen um jene Tatsache? Wo ist ein Bedauern?
Und das ist bezeichnend für weltanschauliche Haltung der Zeiten und Menschen,
die dieses Fest erschaffen haben; und es ist ebenfalls aufschlußreich
hinsichtlich der Menschen, die diese Form der Feier erneut als ihrer Art gemäß
empfinden. Diese Weltanschauung sieht nicht zuerst und vor allem das einzelne
Ich mit seinen Leiden und Freuden und Seligkeiten sondern das Ganze. Das Gesetz
des „Stirb und Werde“ wird bejaht, bedingungslos, auch wenn es Recht
und Geltung fordert über das eigene Selbst hinweg.
Das Fest der Sonnenwende – wie alle artrechten Feiern und Bräuche
unseres Volkes überhaupt – stellt die sinnbildliche Gestaltung und
den sichtbaren Ausdruck dieser inneren Seelenhaltung dar; einer Seelenhaltung,
die sich eingeordnet weiß und eingeordnet wissen will in den Gang des
Lebens und der Zeiten. So ist dieses Fest der Sonnenwende nicht bloß Jahreszeitenfest,
sondern vor allem auch Jahreslauffest. So ist Sonnenwende nie etwas anderes
gewesen als ein großes Fest der Lebensbejahung im Gedanken an unser Volk.
Sonnenwende und Weihnachten
Zwei einander gegenüberstehende Speichen in unserem Radkreuz. Bei beiden Festen das Feuer, die leuchtende Flamme. Aber das Sommersonnwendfeuer ist eine andere Art Feuer als das weihnachtliche. Weihnachten ist das Fest der Familie und der Sippe, und die stillen Lichter am Weihnachtsbaume sind die Sinnbilder für die Ahnen, die vor uns waren und die nachkommen werden. Der lohende, weithin leuchtende Holzstoß der Sommersonnwendfeuer aber ist ein Sinnbild für die ewige Flamme des Lebens und des Lebensrechtes von Volk und Nation. Hier tritt der Einzelne heraus aus dem enger gezogenen persönlichen Kreis in den Ring der größeren Gemeinschaft.

Wenn wir nur brennen !
Dann sind wir schon dem Ewigen gesellt.
Alles Lebendige leuchtet,
und nur die Asche zerfällt.
Herybert Menzel
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Die Maifeier vom Wesen Deutscher Feste und Bräuche
Echte
Volksfeste sind Gipfel des Volkslebens; sie heben über den Alltag hinaus
und geben das Gefühl der Gemeinschaft und Einheit eines Volkes. Diese Ver-bundenheiten
wirken nicht zuletzt in den Sitten und Bräuchen, mögen sie auch landschaftlich
und stammesartlich recht verschieden sein; ein Gemeinsames schwingt in allen:
Die Deutsche Volksseele, das Rasse-Erbgut, und erzeugt unbewußt jene tiefe
Bewegung im Gemüt,
jene echte Feier und ernste Freude die noch lange im Innern nachklingt. Darauf
kommt
es an. Der ganz einfache und tiefe Sinn aller Feste ist: Stärken, festigen
in der Volkserhaltung und Gott-wacherhalten der Volksseele und des Einzelnen.
Daher sind Volksfeste einerseits Leibeszucht, wehrhafte Übungen und Wettspiele,
andererseits
aber auch Entfaltung der Volkskunst in Lied, Musik, Rede und Tanz.
Was ist das für ein gewaltiger Aufbruch des Grünens und Blühens
im Maien!
Das kennt nur der Norden; im Süden kommt der Frühling nicht mit dieser
All-gewalt wie in unserer Deutschen Heimat. Zwar drohen noch einmal die Nacht-fröste,
doch nichts kann den Frühling mehr aufhalten. Wie ein König zieht
er ein, die Vögel jubilieren, alle Blüten prangen. Und wir selbst,
erfaßt von den brausenden Frühlingssinfonien, schreiten und singen
mit im festlichen Reigen. "Der Mai ist gekommen".
Es ist jetzt im Maien erst wieder möglich, daß man in größerer
Gemeinschaft im Freien zusammen zukommen und tagen kann. So ist das Maifest
das erste große Fest der versammelten Gemeinde unterm Maibaum. Ja, da
steht der Maibaum, buntgeschmückt und sammelt die Gemeinschaft um sich.
Man kennt ihn auch als Bänderbaum, Queste, kranzgeschmückter Eichenbaum
oder Kletterbaum, an welchem Bilder befestigt sind. Aber auch das schmücken
von frei gewachsenen Bäumen ist üblich. Der Maibaum ist Symbol für
die germanische Vorstellung der Weltenachse, des Lebenbaumes. Und mancher Bursch
setzt seiner Liebsten den Maibaum morgens, ehe der Tag anbricht vors Fenster.
"Ich geh den Mai zu hauen hin durch das grüne Gras.." singt das
alte Lied in der Freude, daß der Winter vergangen ist. "Wach auf
meines Herzens schöne" ein anderes, ein Hochzeitsmorgenlied, wie uns
ältere Strophen deutlich zeigen, denn es ist Hoch-Zeit! Siegfried stürmt
durch die Waberlohe und gewinnt die minnigste Maid. "Es brennt ein Feuer
es brennt so hell, es lodern die Flammen im Kranze" geht ein alter Reigen
um das Maifeuer, das Brünnhildenfeuer, das Brautfeuer. Und die Burschen
springen über das lohende Flammenmal, ihren Mut zu erproben und zu bezeugen.
Auch des Lebenspenders Wasser achtet man am ersten Mai. Die Brunnen wurden gereinigt
, Becher und Schöpfkelle gesäubert oder durch neue ersetzt. Kerzen
und Lampen hängte man in benachbarte Bäume. Die Brunnen wurden mit
Blumengirlanden und mit Eiern und anderen Fruchtbarkeitssymbolen ge-schmückt.
Gehörten zu einem Dorfe mehrere Brunnen, so zogen die Mädchen und
kleineren Kinder von einem zum anderen, um das Wasser zu ehren.
In vielen Gegenden ziehen noch heute die Kinder des Dorfes mit Girlanden aus
Zweigen und Blüten, reich mit Bändern verziert, durch den Ort. Anschließend
versammeln sie sich auf dem Dorfplatz zum Tanz. Manchmal gehen die Kinder schon
in der Morgendämmerung des ersten Mais in den Wald hinaus, um den Mai zu
holen. Wenn sie heimkehren, tragen sie grüne Zweige und Blumen-sträuße
mit sich. Vor den Häusern singen sie und schlagen mit den Zweigen vor die
Türen.
Der Bestkampf - der Kampf um die Führung , offen ehrlich erkämpft
- muß den Besten an die Spitze stellen. Man wählt von den Pflanzen
die beste und schönste, von den Tieren das Beste - das Pfingsttier, daraus
der Pfingstochse wurde. Aber auch die besten Jugend- und Volksgenossen; die
Burschen und Mädel im Ort wissen schon, wer der tüchtigste Bursche,
wer das sauberste Mädel unter ihnen ist: Maigrafen und Maigräfin wählen
sie sich, als Vorbilder. Nun ihr zwei, ihr könntet vielleicht im Leben
zueinander gehören, wir machen Maienhochzeit - im Spiel wie im Volkstanz
wollen doch sehen wie ihr euch benehmt, echt oder unecht. Und den achtbaren
Alten, denen setzen wir junggrüne Birken vor das Tor. Leib und Seele, Wollen
und Willen wird geprüft, damit nichts Morsches und Faules das Entfalten
der reinen Seele aufhält. Und neidlos freut sich die Gemeinschaft ihrer
Besten. Das ist Deutsches Hohe-Maien-Fest.
Was mag dies einst bei unseren Vorfahren für eine Festzeit gewesen sein?
Wir können nur ahnen; sicher nicht nur ein Tag, sondern eine längere
Zeit, denn zu den Wettspielen und Kämpfen brauchte man längere Zeit.
Noch im Mittelalter haben wir die Turniere und das Maifeld, die Heerschau, die
Brunnenfahrten und Waldfahrten. Wie festlich der ganze Monat Mai unseren Ahnen
war, können wir daraus entnehmen, daß die katholische Kirche unter
Übernahme der alten Bräuche heute noch durch den ganzen Wonnemond
allabendlich "Maiandacht" abhält. Es treffen sich da heute noch
die Burschen und Mädchen. Die alte deutsche Minnefeier, die in Maikönig
und Königin gekrönt war, wurde zum Marienkult umgebogen, der Verherrlichung
der Jüdin Miriam. Die Heerschauen wurden in Prozessionen und Flurriten
mit Kirchenfahnen umgestaltet. Das Himmelfahrtsfest, ein alter Donars-Tag, heute
noch ein Donnerstag, ist in Norddeutschland jetzt noch der Männertag. Wo
aber das Heldische schwand, da schwand auch die ebenbürtige Gefährtin,
schwand die heldische Dichtung und die Minne. Erhalten geblieben sind von dem
wehrhaften Gedanken nur noch das Schützenfest das zu Pfingsten gehalten
wird, und Wettkämpfe der Jugend.
Die einst geschlossene, große Einheit des Maienfestes ist zerrissen,
zerstört durch das Christentum. Was sollte man auch mit diesen heidnischen
Bräuchen und Sitten anfangen?
Wir aber retten uns hinaus in die Weihe der ersten milden Maiennacht unter den
leuchtenden Sternen und wandern als Deutsche Heiden in die blühende, prangende
Natur, durch Auen, Wiesen und Wälder der Heimat, auf die reinen Höhen
deutscher Gipfel, und grüßen das erwachende Deutschland!
Der Frühling Die Sonne kehrt zu neuen Freuden wieder, Der Tag erscheint mit Strahlen, wie die Blüte, Die Zierde der Natur erscheint sich dem Gemüte, Als wie entstanden sind Gesang und Lieder. Die neue Welt ist aus der Tale Grunde, Und heiter ist des Frühlings Morgenstunde, Aus Höhen glänzt der Tag, des Abends Leben Ist der Betrachtung auch des innern Sinns gegeben. Friedrich Hölderlin, deutscher Dichter 1770-1843 |
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Die Eheleite
"Die Liebe ist das einzige Gut, das sich vermehrt,
wenn man es verschwendet."
Deutsches Sprichwort
Das Wort Ehe, stammt wie auch Hochzeit und Heirat aus
dem germanischem und bedeutet so viel wie Gesetz bzw. Recht. "E" ist
auch die Wurzel des Wortes "ewig". Wegen des Rechtsgedankens wurde
die Ehe öffentlich geschossen im Beisein von Verwandten und Freunden.
Grundlage der Ehe ist die Liebe (Ausnahmen gab es vor einigen Jahrzehnten, wo
Ehen zumeist Zweckehen und Arbeitsgemeinschaften waren) und Liebe ist der Quell
des Lebens.
E he bedeutet Befehl und Anspruch an die Partner, Verantwortung zu übernehmen;
Ehe steht gleich mit Gemein- und Familiensinn. Ehe heißt auch sich durchbeißen,
sich zusammenzuraufen und kurzfristig zurückzustecken zugünsten höherer
Ideale. Ehe heißt gemeinsam Hürden überwinden und Ehe heißt
Kampf!
So mancher Bund ist heute schnell geschlossen, vielleicht zu schnell - heißt
es doch in einem alten deutschen Sprichwort: "Drum prüfe, wer sich
ewig bindet.". Hat man aber erst den richtigen Partner gefunden, so sollte
dem heiligen Bund, dem Bekenntnis zueinander nichts mehr im Wege stehen.
Die standesamtliche Eheschließung ist heute mehr ein steifer, bürokratischer
Akt, der vom Staat gefordert wird, um die Ehe amtlich zu machen. Die Eheleite
aber ist die eigentliche Hochzeitsfeier, das "Eheritual".
Das Ritual der Eheleite bezweckt die Überleitung der Unverheirateten in
den Stand der Verheirateten. Es soll der Neugründung einer Sippe/ Familie
eine symbolhafte und feierliche Form verleihen. Der Freundeskreis der Brautleute
wird bewußt in die Zeremonie mit eingebunden. Schon bei unseren germanischen
Vorfahren stellte die große Gemeinschaft die notwendige Rechtsöffentlichkeit
dar, ohne die der Rechtsakt der Heirat mangelnde Gültigkeit hätte,
da er ja neben der gegenseitigen Verpflichtung der Eheleute auch gegenüber
Dritten wirksam sein soll. So ist die Anwesenheit der Gemeinschaft mit der Zustimmung
zur Heirat gleichzusetzen.
In früheren, vor allem bäuerlich geprägten Völkern, in den
sich der Mensch noch mit der natürlichen Gemeinschaft verwachsen sah, wurde
der Ehebund nicht als Bund zweier Einzelwesen gesehen, sondern als Bund zweier
Sippen. Die Ahnen jeder Sippe waren miteingeschlossen und so wird in der Eheleite
auch der Ahnen der Sippen gedacht. Ein alter Brauch, indem das Paar um das Herdfeuer
schreitet, ist erhalten geblieben. Der Herd war im heidnischen Denken auch immer
Symbol der Ahnen.
Der Ablauf der Eheleite wird von jedem Paar selbst gestaltet,
je nach heimatlicher Herkunft, Kreis und eigener Vorstellung. Jedoch beruht
der Inhalt immer auf alter Tradition und deutschem Brauch.
Gedanken zur Eheleite:
-Wahl der Jahreszeit (Frühjahr oder Sommer, also in der Hohen Zeit (Hoch-Zeit))
-Wahl des Hochzeitstages (Freitag ist der Tag Freias, der Gattin Wodans; der Name Freia hängt mit "freien" zusammen, "also aus Liebe werben".)
-Wahl des Ortes (nach Möglichkeit im Freien, z.B. unter einer Linde, auf einer Waldlichtung, an einem Stein (-denkmal) o.ä.)
-Vor der Hochzeit klappern und scheppern (dies diente ursprünglich der Vertreibung böser Geister, diese sollten von der Feier ferngehalten werden, um das Brautpaar in der Ehe zu schützen. Glas als Glückssymbol durfte nicht zerworfen werden, nur Porzellan oder Steingut -"Scherben bringen Glück"; Blechdosen am Auto, das heute praktizierte Hupkonzert oder Feuerwerke basieren ebenfalls auf diesem Brauch)
-Wahl des Feierleiters (dieser sollte eine angemessene Person sein, die sprachgewandt ist, in Tradition und Brauchtum bewandert ist und organisatorisches Talent besitzt)
-Der Schutzkreis (dient dem symbolischem Vertreiben böser "Geister" und Gedanken und gibt so die notwendige Geborgenheit, z.B. schreiten die Hochzeitsgäste den Kreis um das Hochzeitspaar ab, streuen von Blütenkreisen, als optische Sichtbarmachung des Schutzkreises)
-Blüten streuen (ist ein Fruchtbarkeitsritual)
-Das Eheversprechen (hat seine Wurzel in indogermanischen Zeiten; die Brautleute bezeugen ihren freien Willen zur Heirat und bestätigen dies feierlich vor de Gästen)
-Der Ringwechsel (folgt dem Eheversprechen, oder wird kombiniert; der Ring ist das Zeichen der Treue, die geschlossene Form des Ringes ist das Zeichen der Bindung)
-Der Kuß ( folgt dem Ringwechsel und beschließt diesen und das Versprechen)
-Einige Sinngaben ( diese sind altüberliefert und
sollten auch heute mit in die Feier einbezogen werden)
Wolle -Sinbild der jetzt eng verwobenen Lebensfäden des Brautpaares
Schlüssel -der Bräutigam überreicht der Braut den Schlüssel
und übergibt symbolisch die Herrschaft über Haus und Hof
Brot und Salz -elementare Bestandteile der Ernährung und gelten als heilig
und ehrenswert; gelten außerdem als Fruchtbarkeitssymbole
-Der Familienleuchter (steht als Erinnerung an das Eheversprechen und ist damit
Begleiter durch "dick" und "dünn", er wird nur zu bestimmten
Jahreskreis- und Familienfesten entzündet und natürlich an den Hochzeitstagen;
jedes Paar sollte sich seinen eigenen Leuchter gestalten, denn auch die eheliche
Verbindung ist etwas ureigenes; die Grundisee des Leuchters ist, drei Kerzen
zu entzünden, eine für die Braut, eine für den Bräutigam
und die dritte Kerze für die Verbindung, die Kinder; oft verwendete Grundformen
sind verschiedene Abwandlungen der Lebensrune (zwei nebeneinander stehende)
oder auch die Irminsul)
-Eherituale
Gemeinsames Baumpflanzen -der Baum steht als Schicksals-, Lebens-, Familien-
und Weltenbaum
Schritt durch ein Seil -das Seil soll überschritten werden, dieser Akt
steht symbolisch für das Überwinden aller Hindernisse
Gemeinsames Holzsägen -die Eheleute zersägen nach der Hochzeit einen
Holzstamm, der ihnen in den Weg gelegt wurde, als Zeichen für gemeinsames
Handeln und den Willen, auch zukünftig alle Hürden des Lebens zusammen
zu meistern
Gemeinsames Auslöffeln der Ehesuppe -zu Beginn des Hochzeitsmahls wird
eine Suppe gereicht, die zusammen gegessen wird, dies bedeutet, daß das
Paar auch in Zukunft alle 2Suppen gemeinsam auslöffeln" will, die
guten, wie die schlechten
-Werfen mit Getreidekörnern (alter Fruchtbarkeitszauber, der den Wunsch nach Kindern bekräftigt und zudem der Hoffnung auf sichere Nahrungsmittelversorgung Ausdruck verleiht - das Streuen von Reis stammt übrigens aus Indien, wobei dies auch auf indogermanische Wurzeln zurückzuführen ist)
-Gemeinsamer Tanz
-Brautstraußwerfen (der Brautstrauß wird in die Menge unverheirateter Frauen geworfen, diejenige die ihn fängt, ist die nächste Braut)
-Gemeinsames Anschneiden der Hochzeitstorte ( Zeichen für Zusammenhalt und Einigkeit in der bevorstehenden Ehe)
-Brautstehlen (während der Hochzeitsfeier wird heimlich die Braut von Freunden entführt, meist in eine Wirtschaft in der Nähe; es folgt die Suche, mit der der Bräutigam die Ernsthaftigkeit seiner Liebe und des Eheversprechens bezeugt)
-Braut über die Schwelle tragen
Dies sind einige der schönsten und wichtigsten Bräuche der Eheleite, aus der ein Feierablauf vielseitig und traditionsbewußt zusammengestellt werden kann. Laßt uns heute nicht vergessen, daß die Verbindung zweier Menschen mehr ist, als der schnelle Entschluß nach momentalem Glücksgefühl.
"DIE EHE IST
DER HORT DES GEMEINSAMEN BLUTES, DAS TOR DER UNSTERBLICHKEIT. EHE: SO HEIßE
ICH DEN WILLEN, ZU ZWEIEN DAS EINE ZU SCHAFFEN, DAS MEHR IST, ALS DIE, DIE ES
SCHUFEN. EHRFURCHT VOREINANDER NENNE ICH EHE, ALS VOR DEN WOLLENDEN EINES SOLCHEN
WILLENS. HEILIG HEIßT MIR SOLCH EIN WILLE UND SOLCHE EHE. (Friedrich Nietzsche)

Der Name Heumond (Juli)
Feldeinwärts führt ein Ährenweg
Zu einem stillen Hofgeheg`
In satter Sommerschwüle.
Von reifem Roggen weht ein Hauch
Durch Sonnenglast und Höhenrauch,
Und nirgends Schattenkühle.
Juli - Heumond? Es stimmt nicht ganz. Denn überall, wo sich Bauernhände regen, ist die Heuernte im Juni, oder beginnt wenigstens im Juni, wenn sie sich auch bis in den Juli hineinzieht wie in den deutschen Berglandschaften. Aber früher, vor etwa 150 Jahren, wo man überall noch das Vieh den Sommer über auf die Weide trieb, wurde nur auf gewissen Weidestücken Heu gemacht, nicht auf Oehmd vom zweiten Schnitt, der völlig den Weidetieren vorbehalten wurde. So hatte man dann die Arbeit des Heumachens auf den Juli, den sonnen- und glutüberstrahlten Mittelpunkt des Sommers, gelegt, dem zwei Frühlings- und Vorsommermonate vorangingen und zwei Herbst- und Spätsommermonate folgten. Zudem ist der Juni nach alter Kalenderweisheit vielfach ein unzuverlässiger, regentriefender Geselle, während der Juli im Durchschnitt ein freundliches Gesicht zeigt. Also Juli – Heumonat!
„Baureärbet
ist e Geschäft, Braucht viel Schwoiß und härte Kräft“