Gemeinschaft Deutscher Frauen

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Gedichte

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Winterlandschaft

Unendlich dehnt sie sich, die weiße Fläche,
bis auf den letzten Hauch von Leben leer;
die muntern Pulse stocken längst,  die Bäche,
es regt sich selbst der kalte Wind nicht mehr.

Der Rabe dort,  im Berg von Schnee und Eise,
erstarrt und hungrig,  gräbt sich tief hinab,
und gräbt er nicht heraus den Bissen Speise,
so gräbt er,  glaub' ich,  sich hinein ins Grab.

Die Sonne,  einmal noch durch Wolken

blitzend, wirft einen letzten Blick auf's öde Land, doch,
gähnend auf dem Thron des
Lebens sitzend,trotzt ihr der Tod
im weißen Festgewand.

Friedrich Hebbel

Winternacht

Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab' nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seinen Wipfel sacht
und redet wie im Traume.
Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.

Joseph von Eichendorff

 
 
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